Projekt Sansibar





Projektaufbau

Uns beiden, Fabio Perol und Oskar Huber aus Stuttgart war von Anfang an klar, dass wir nach unserem Abschluss ein nachhaltiges und soziales Projekt im Ausland starten würden. Das es nun zum „Projekt Sansibar“ kam, ist das Produkt einer Aneinanderreihung zahlreicher glücklicher Zufälle und dem Zusammenkommen vieler hilfreicher Menschen, die unser Projekt unterstützen.

Als durch einen glücklichen Zufall der Kontakt nach Sansibar hergestellt war, überlegten wir uns Ideen, wie wir das Projekt gestalten könnten. Wir wandten uns an die "Projektwerkstatt" von KREATIVHALTIG und ließen uns dort inspirieren. Es entstand die Idee den Zirkus mit einzubringen, sowie ein Spielplatz zusammen mit KuKuk_Kultur e.V. zu bauen. Als wir diese Ideen etwas ausführlicher besprochen hatten ging es in die Planung. Dort bekamen wir weitere wichtige Unterstützung im Bereich Antrag stellen, Spendensammlung, Konzepterstellung Management/Projektleitung etc.. Auch während unserem Aufenthalt in Sansibar blieben wir in regelmäßigem Kontakt, um uns beraten zu lassen und um zu schauen, welches die nächsten Schritte sind.

Während unserem gesamten Projekt hatten wir also das Glück die Unterstützung von Kreativhaltig zu haben.


 
Projektablauf

Unser Wunsch war es während unseres Freiwilligen Dienstes in der Steiner School of Zanzibar für die Schule ein Spielplatz zu bauen. Die Steiner School of Zanzibar ist nicht nur besonders, da sie die zweite Waldorf Schule Tansanias ist. Sie wurde vor 11 Jahren gegründet, um vor allem Waisen- und Halbwaisenkinder einen sicheren Ort zu bieten, in dem sie lernen können und um eine pädagogische Alternative zu den farblosen, staatlichen Schulen mit viel zu überfüllten Klassen (bis zu 90 Schüler*innen) zu bieten. In Kooperation mit dem Verein KuKuk Kultur, welche bereits viel Erfahrung haben mit partizipativen Spielplatzbauprojekten, können die Schüler*innen und Lehrer*innen in den Spielplatzbau integriert werden und der Entstehen der neuen Spielplatzes. Das Projekt begann für schon in Deutschland, da wir zunächst fleißig spenden sammeln mussten, um den Spielplatz und die restlichen Materialien finanzieren zu können. Dafür entwarfen wir einen Flyer und eine Website, die wir in unserer Schule und in unserem Umfeld verteilten. Währenddessen schrieben wir Anträge bei unterschiedlichen Stiftungen aus, schickten sie ab und telefonierten mit möglichen Unterstützer*innen. Letztendlich einige Privatspenden und Zirkusmaterialien kamen zusammen und da wir direkt nach den Sommerferien auch noch 1-2 Monate bei Daimler als Ferienbeschäftigte gearbeitet hatten, war genug Geld vorhanden, um die Kosten für einen kleinen Spielplatz und die restlichen Materialien zu übernehmen. Mitte November ging es dann endlich los! Am Montag, dem 22.11.21 besuchten wir die Schule zum ersten Mal und wir merkte schon der Weg dorthin sollte ein Abendteuer werden. Ein „Lehrertaxi“ von Stone Town fuhr uns ungefähr 20 Minuten zu Haltestelle an der alle ausstiegen. Ab dort an ging es nur zu Fuß weiter, denn der Weg zum Schulgrundstück ist nur schwierig befahrbar. Dort angekommen wurden wir zunächst den Schüler*innen während der „Assembly“ vorgestellt. Wir konnten vom ersten Tag an frei zwischen den Unterrichtseinheiten bewegen. Wir besuchten u.A. den biodynamischen Gartenbauunterricht,

den Geographieunterricht, den Englischunterricht, in dem wir auch eine Debatte zusammen mit den Schüler*innen über das Thema „Volunteering“ hielten. Am 08.12.21 begannen die Sommerferien. Für die Schüler ging es nun für zwei weitere Wochen in die Ferienbetreuung - den sogenannten „Holiday-Club“. Dort durfte wir für zwei Wochen jeden Tag zwei Klassen Das Jonglieren brachten wir den Schüler*innen zuerst bei, am Anfang der ersten Stunde bauten wir die Bälle aus Luftballons, Frischhaltefolie und Sand. Wir hatten auch noch einige Bälle aus Deutschland mitgebracht die aber leider nicht genügten. Schon in den ersten Stunden war viel Fortschritt zu erkennen, der immer Hand in Hand mit frohen Gesichtern kam. Wir unterrichteten in dieser Zeit alle Klassen, der Stufe 6.-9. mindestens 2 Mal und konnten mit manchen gegen Ende hin auch schon andere Disziplinen, wie z.B. Diabolo, Ringe und Teller. Am Ende der Ferienbetreuung nahmen sich die jungen Artist*innen die Bälle aus der „Zirkuskiste“ und brachten sie wieder am Ende der Pause selbstständig wieder zurück. Bei der Verabschiedung verteilten wir die Übungsmaterialien an die zahlreichen Schüler*innen, die sich meldeten und etwas mit nach Hause nehmen wollten. Die ersten Spielplatzvorbereitungen wurden auch in dieser Zeit getätigt, wir besuchten verschiedene Holzverkäufer und versuchten die Namen der Holzarten zu übersetzen, da man uns nur die einheimischen Namen geben konnten. Das Übersetzen stellte sich als schwieriger als erwartet heraus da die Bäume hier verschiedene Namen besitzen können und gleichzeitig diese Namen für verschiedene Bäume benutzt werden. Des weiteren besuchten wir das „Baumarktviertel“ in Stone Town und erkundigten uns was für Werkzeuge, Schrauben und sonstige Materialien es hier gibt und machten mit der Schulleiterin und den Lehrer*innen einen mögliche Position des Spielplatzes aus. Glücklicherweise erreichte uns dann die frohe Nachricht aus Deutschland, dass unser Antrag bei Ihnen angenommen wurde. Dadurch konnten wir nun mit unserem geplanten Materialgeld ein Teil der Flüge der Freiwilligen Helfer der KuKuk Kultur e.V. finanzieren und somit den Rahmen unseres Spielplatzprojekts größer anlegen. Wir begannen direkt fleißig zu planen! Eine Schaukel und eine Wippe waren unser Originalplan und durch die zusätzliche Hilfe konnten wir nun auch noch einen fünfeckigen Turm mit verschiedenen „Modulen“ an jeder Seite hinzufügen. Durch den regelmäßigen Kontakt zu Johannes Lemcke-Hühner, unserem Bauleiter von KuKuk_Kultur e.V. konnten wir durch die inzwischen übersetzten Holzarten erste Materialkäufe tätigen. Dabei hatten wir tatkräftige Unterstützung von einem Lehrer der Schule. Dies erwies sich als sehr wichtig. Primär natürlich wegen der Sprache, jedoch auch wegen der Hautfarbe sobald einen die Verkäufer sehen, erhöhen sie den Preis und werden nach dem Verhandeln nicht den eigentlichen „Local-Price“ uns geben. Am morgen des 13.01.2022 war es dann endlich soweit und wir begrüßten unsere vier Freunde von KuKuk Kultur e.V. in Stone Town, der Alt Stadt Sansibars. Angereist waren die zwei Freiwilligen Laurin und Leon, die Projektkoordinatorin des Vereins Ganimete Pronaj und der schon erwähnte Bauleiter Johannes Lemcke-Hühner. Von dort aus ging es direkt weiter an die Schule, wo das Bauteam die Lehrer*innen und die Gründerin der Schule kennenlernten und gemeinsam mit diesen das weitere Vorgehen besprechen konnten. Wir schauten uns zusammen das ausgesuchte Terrain für den Spielplatz an und fingen dann auch direkt an, die Fundamente zu graben. Dabei hatten wir wieder gute Unterstützung von Lehrer*innen und zwei Jungs, die an der

Schule wie Hausmeister agierten. Mit dein beiden mischten wir am nächsten Tag auch den Beton an. Am diesem Tag haben wir einen zweiten Materialkauf, diesmal zusammen mit Johannes getätigt, um die restlichen Materialien zu besorgen. Über das Wochenende (15.01.-16.01.) verhärtete der Beton dann, sodass wir am Montag zum Schulbeginn mit dem Spielplatzbau anfangen konnten. Nun hatten wir eine Woche Zeit den Spielplatz zusammen mit den Schüler*innen und Lehrer*innen zu errichten. Immer im Wechsel kam eine Klasse zum helfen. Wir teilten sie auf und ließen sie an verschiedenen Stationen arbeiten. Sie konnten Bretter abschleifen, bohren und helfen Palmenblätter für das spätere Dach des Turmes zu flechten. Die Schüler*innen waren ebenso begeistert wie die Lehrer*innen, denen die verschiedenen Maschinen und Techniken genau so neu waren. Verschiedene Lehrer*innen kamen täglich und konnten so viel handwerkliches Geschick in dieser Woche erlernen. Als Schwierigkeit stellten sich anfangs die muslimischen Schuluniformen der Mädchen da. Diese sind sehr lang und scheinbar keine geeignete Arbeitskleidung, gerade auch unter dem Faktor Sicherheit. Sie konnten diese immer gut hochkrempeln und damit Verletzungen vermeiden. Neben dem Spielplatzbau konnten Skill-sharing-Workshops angeboten werden, in denen die Lehrer*innen und Schüler*innen lernen konnten Bänke zu bauen. Dieses Beteiligungsprojekt führte nicht nur dazu, dass sie dabei lernten mit dem Material und den Maschinen umzugehen, um selber weitere eigenen Ideen umzusetzen, sondern auch dass sie Selbstwirksamkeit und Selbstbewusste entwickelten im Entstehungsprozesse entwickelten und stolz nun auf ihr eigenes Werk blicken können. Durch die Beteiligung wurde der Bauort außerdem zu einem internationalen Begegnungsort, wo wir von ein andern lernen konnten, in neue Kulturen und Lebenswelten eintauchen konnten. Ein weiteres Projekt in diesem Rahmen ist für uns gut vorstellbar. Für Schüler*innen ist sehr bereichernd einen solchen Ort zu haben, an dem sie mal gedanklich abschalten und den Alltag loslassen können. Zu sehen mit welch einer Begeisterung die Schüler*innen und Lehrer*innen mitgearbeitet haben und welche Freude sie dann später auf dem fertigen Produkt hatten ist lohnenswert genug ein solches Projekt auch anderen zu ermöglichen. Bei dem Spielplatzbau gab es besonders einen Lehrer, dem das Handwerkliche am Anfang quasi neu war und der Tag für Tag so lernbegierig war, dass er am Ende nur noch mit wenig Hilfe von uns vieles alleine arbeiten konnte. Ebenso durften wir nicht zum ersten Mal bei einem Projekt erleben, dass der Zirkus eine bindende Kraft entwickelt. Anders als in vielen anderen Sport-oder Kunstarten gibt es nur einen gemeinsamen Gewinner und kein Gegeneinander. Somit kann die kollektive Zusammenarbeit und gleichzeitig auch die individuelle Feinmotorik gefördert werden. Wir hoffen, dass dieses Projekt, welches uns inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist, weitergeführt wird und werden dafür auch nach unserer Rückkehr an verschiedene Schulen gehen, um zu berichten und möglicherweise auch zu rekrutieren. Abschließend sind wir sehr zufrieden und konnten unsere Ziele durch die Unterstützung vieler Menschen erreichen. Ganz besonders möchten wir uns aber noch einmal bei KREATIVHALTIG bedanken, die es schafften, aus unserer Idee, ein reelles Projekt zu erschaffen. Vielen Dank!

Fabio Perol und Oskar Huber


Wollt ihr mehr über unser Projekt erfahren?

Hier gibts ausführliche Infos: https://sansibar-projekt.jimdosite.com


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